BESCHREIBUNG ZUM BILD MIT DEM TITEL: "GERECHTIGKEIT"


Seit einigen Jahren wollte ich das Bild malen, aber meine Ideen waren nie vollständig, es schien mir, dass immer noch etwas fehlte. Aber im Monat September 2006 fühlte ich, dass der Zeitpunkt gekommen war meine gesammelten Ideen auf die Leinwand zu bringen. Das Bild wurde in 35 Stunden gemalt und zwar in einem Zeitraum von 10 Tagen, es ist 70 x 80 cm groß, auf Leinwand und mit Ölfarben. Es ist ein anderer Stil wie ich normaler Weise male, denn es soll nicht die Schönheit unser Welt zeigen oder ein Gefühl beschreiben, nein es soll den Betrachter anregen über sein Leben nachzudenken.



Das Bild wurde hauptsächlich in zwei Farben unterteil und zwar in die Farbe Grün und Blau. Die Farbe Grün wurde gewählt als Farbe der Hoffnung. Die Hoffnung auf Gerechtigkeit wird nie enden, denn alle Menschen streben nach Gerechtigkeit, auch wenn viele Menschen im Zeitraum eines Lebens viel Ungerechtigkeit erleben, so werden sie nie aufgeben nach der Gerechtigkeit zu suchen. Die Farbe Blau wurde gewählt um die Ehrlichkeit und alle anderen Tugenden darzustellen, denn durch sie wird man versuchen die Gerechtigkeit auf dieser Welt zu suchen. Im Zentrum des Bildes, zwischen der Statue der Gerechtigkeit und der Sanduhr versuchte ich etwas Licht einzumalen, da sonst das Bild zu düster wirkte denn auch wenn sehr viel Unrecht auf dieser Welt geschieht, so gibt es auch manchmal Gerechtigkeit. Dieser kleine Einschnitt von Licht soll auch darstellen dass die Hoffnung auf Gerechtigkeit nie sterben wird, denn wenn auch manchmal spät, aber irgendwann einmal wird es Gerechtigkeit geben. Im Hintergrund der Statue habe ich versucht einen klaren und einen stürmischen Himmel darzustellen um die den schmalen Pfad zwischen Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit darzustellen.



Nun zu den zentralen Darstellungen im Bild.



Das Bild wird dominiert von der Statue der Gerechtigkeit. Die Statue wurde nicht perfekt gemalt und auch nicht mit schönen Zügen, sondern etwas angekratzt und auch in düsteren Farben. Damit wollte ich ausdrücken, dass die Gerechtigkeit mir manchmal als verloren, heruntergekommen, missbraucht, wie ein alter Gegenstand vorkommt.



Das Gesicht wurde auch mit markanten harten Zügen gemalt, auch um zu zeigen, dass die Gerechtigkeit nicht ein schöner Gegenstand ist, sondern oft mit vielen Opfern und mit viel Mühe erreicht wird.



Die Waage in der Hand der Gerechtigkeit wurde bewusst nicht im Gleichgewicht dargestellt, um zu zeigen, dass die Gerechtigkeit in uns Menschen immer verschieden aufgefasst wird und dass sie nicht für alle gleich ist. In der rechten Hand hält die Statue ein blutiges Schwert, damit wollte ich uns erinnern, dass wir Menschen oft die Gerechtigkeit mit Gewalt versuchen zu erreichen.



Die Statue selbst wird von einer großen Kette umringt die am linken Ende in den Händen des Richters endet, was wiederum den Betrachter vermitteln sollte, dass die Gerechtigkeit oft von uns Menschen eingeengt wird und sicht dabei nicht richtig entfalten kann.



Am rechten Fußende der Statue wurde der Totenkopf gemalt, um darzustellen, dass der Tod uns manchmal als einzige Gerechtigkeit auf dieser Welt erscheint. Die Richter die untereinander sich beraten wurden klein gemalt, da ich darstellen wollte, dass die Richter nur ein Werkzeug sind um an die Gerechtigkeit zu gelangen und auch um darzustellen, dass die Gerechtigkeit nur von Menschen geschaffen wird und dass diese Menschen im Vergleich zur Gerechtigkeit ganz klein erscheinen.



Die Welt als Planet, wurde bewusst im Hintergrund dargestellt, da nach meiner Meinung die Gerechtigkeit etwa anderes als ein konkreter Gegenstand ist, etwas das es nicht gibt auf dieser Erde, etwas das unerreichbar ist.


Auf der linken Hälfte des Bildes wurde der geradlinige Schatten den die Statue der Gerechtigkeit auf die Sanduhr wirft, gemalt. Damit wollte ich darstellen, dass die Gerechtigkeit nach Ablauf einer langen Zeit uns manchmal leichter verständig wir, und um auch darzustellen, dass manchmal die Gerechtigkeit lange auf sich warten lässt.



Die Sanduhr sollte darstellen, dass im Leben eines Menschen viel Gerechtigkeit und auch Ungerechtigkeit geschieht und dass uns die Zeit Rat und Trost geben sollte. Die Uhr sollte auch den Betrachter etwas ablenken, denn ich wollte die die Gerechtigkeit wie eine schöne griechische Statue malen, etwa Wunderbares etwas Vollkommenes, aber für mich ist sie nur ein Traum, ein Traum den man nie verlieren sollte, ein Traum den man nie aufgeben sollte. Am Anfang wollte ich nur einen Schatten malen, denn eigentlich gib es die Gerechtigkeit nicht, aber ich glaube, dass jeder Mensch auf mehr Gerechtigkeit hofft, und dass wir Menschen sie brauchen um an sie zu glauben. Manchmal genügt auch nur eine Traum oder auch nur eine Illusion, die Berge versetzen kann. Manchmal kann bei uns Menschen, etwas schier Unerreichbares mehr erreichen, als etwas das man mit unseren Sinnen wahrnehmen kann. Manchmal kann ein Gedanke mehr erreichen als tausend konkrete Anregungen.



In der rechten unteren Hälfte wurde auch die Elster gemalt. Lange Zeit wusste ich nicht wie ich darstellen sollte, dass wir Menschen auf der Erde nur versuchen immer mehr Geld, immer mehr zu leisten, immer mehr zu sammeln, genauso wie die Elster die von Glitzern der Gegenstände angezogen wird und sie sammelt. Dabei vergessen wir oft die wahren Werte im Leben, Werte die immer mehr verloren gehen, Werte, die wir nicht mehr wahrnehmen, da wir uns nicht die Zeit nehmen um einmal inne zu halten und uns über das Leben einen Gedanken machen. Die Elster legt den glitzernden Gegenstand in das Auge des Totenkopfes. Damit wollte ich zeigen, dass wir am Ende, gleich ob Arm oder Reich, niemand etwas mitnehmen kann und dass Alles endet mit dem Tod.



Die Tunica habe ich zu Füßen der Statue gemalt um zu unterstreichen, dass die Gerechtigkeit, die wir sehen, nur von uns Menschen gemacht und ausgeübt wird aber dass die Gerechtigkeit etwas mehr ist, etwas das wir Menschen manchmal nicht verstehen aber dass wir nie aufgeben dürfen an sie zu glauben, und alles zu unternehmen um sie eines Tages ein wenig zu erreichen.
Ich weiß, dass meine Pinselstriche nicht die Gerechtigkeit darstellen können, aber ich habe versucht durch Darstellungen von Bildern, den Betrachter anzuregen um einen Gedanken über sie zu verlieren, und wenn ich das erreicht habe, dass der Betrachter nachdenkt, so wird er bestimmt einen Teil der Gerechtigkeit darin finden und verstehen.



Immer wenn ich das Bild ansehe, da fühle ich mich etwas zufriedener, denn ich habe mir ein Bild dargestellt wovon ich glaubte, dass es nicht gibt, und ich habe einige Zeit aufgebracht etwas zu malen, das mir im Leben oft viele Fragen stellte.



Helmut